Biographie Ana-Marija Markovina

"Ana-Marija Markovinas Lesart der Württembergischen Sonaten macht süchtig" war in der  Rezension der Klassik.com-Redaktion über ihre 2006 bei Genuin erschienene CD mit Werken von Carl Philipp Emanuel Bach zu lesen.

Zahlreiche Rundfunk-Aufnahmen und Konzert-Mitschnitte dokumentieren ihre unverwechselbare Handschrift. "Markovina's sensitive phrasing seems just about perfect" urteilte die Zeitschrift "Fanfare" über ihre Interpretation von Mozarts Klavierkonzerten in c-moll und d-moll, die sie zusammen mit dem Dirigenten Federico Longo im Super Audio Verfahren (SACD) für Marc Aurel einspielte. Für Sony Classical nahm sie 2004 Schumanns Klavier-Quintett op. 44 und 2006 eine weitere CD mit Werken von Robert Schumann für Genuin auf. Die Entdeckung der Persönlichkeit als Interpretationsleitlinie war der Anlass, sich dem Klavierwerk Hugo Wolfs zu widmen. 2007 erschien dann die viel beachtete Ersteinspielung aller vollendeten Klavierwerke von Hugo Wolf und im September 2008 ihre neue CD mit den Preußischen Sonaten von C. P. E. Bach. Im Frühjahr 2010 erscheinen die Gesamteinspielungen der Klavierwerke vom Liszt-Schüler Anton Urspruch und Luise Adolpha Le Beau. Bis 2014 ist die Einspielung sämtlicher Klaviersonaten von C. P. E. Bach vorgesehen.

Wichtige Stationen ihrer internationalen Konzerttätigkeit waren ihr Japan Debüt mit dem New Japan Philharmonic Orchestra beim Internationalem Piano Festival in Yokohama, wo-raufhin sie in die Musikzentren ganz Japans, wie zum Beispiel in Tokio, Kioto, Osaka, Sapporo, Nagoya eingeladen wurde. Sie war unter anderem Solistin beim Oulu Symphony Orchestra in Finnland, beim Stettin Philharmonic Orchestra Polen, beim Romanian Radio Chamber Orchestra Bukarest, bei den Sofia Soloists und beim Orchestra dell'Università degli Studi di Milano. Sie war Gast bei verschiedenen Festivals wie zum Beispiel beim 15. Internationalen Piano Stars Festival in Lettland, das sie 2007 mit Tschaikowskis drittem Klavierkonzert eröffnete, in Estoril/Portugal, bei den Badener Beethoven Tagen in Österreich und beim Deià Festival in Spanien. Ihre Auftritte führten sie bereits in fast alle Länder Europas, nach Japan und auch in die USA. Sie spielte mit den bedeutenden Orchestern und in den wichtigsten Konzertsälen Deutschlands, darunter die Philharmonie in Berlin, das Konzerthaus Berlin, die Musikhalle Hamburg, die Bonner Beethovenhalle, das Prinzregententheater München, die Liederhalle Stuttgart, die Meistersingerhalle Nürnberg, die Oetkerhalle in Bielefeld, die Glocke in Bremen, das Gasteig in München und viele andere. Sie wurde eingeladen zum Schleswig-Holstein Musikfestival und zum Klavier-Festival Ruhr. Im März 2008 gab sie ihr Debüt-Konzert im Musikverein in Wien. Sie ist unter anderem auch eingeladen zu den Musikfesttagen in Frankfurt (Oder), zu den Brandenburgischen Sommerkonzerten sowie zu den 58. Festspielen Europäische Wochen Passau.

Ein weiterer Schwerpunkt ihrer musikalischen Tätigkeit ist die enge Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Komponisten. So war sie zum Beispiel 2006 Solistin bei der Uraufführung des ihr gewidmeten Werks "Primula Argentea" für Klavier, Chor und Orchester von Marco Taralli im Auditorium in Rom. Im November 2009 spielte sie die Uraufführung des für sie geschriebenen Klavierkonzerts "Apollon ja Dionysos" von Mario Pagotto mit dem Mikkeli Orchestra in Finnland. Für das Liszt-Jahr 2011 schreibt Federico Biscione für sie das Klavierkonzert "Lisztiana".

Ana-Marija Markovina ist eine authentische und unkonventionelle Künstlerin, deren Karriere schon früh unter der Anleitung bedeutender Lehrer begann. Sie ging zunächst bei Vitaly Margulis und Anatol Ugorski durch die "Russische Schule", erhielt bei Rolf-Dieter Arens an der Franz-Liszt Hochschule in Weimar wichtige pianistische Impulse und studierte bei Paul Badura-Skoda in Wien die Tradition der Alten und Neuen Wiener Schule und der Deutschen Romantik bevor sie ihre Ausbildung an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" mit dem Konzertexamen abschloss.

Ein Hauptakzent ihrer Arbeit besteht in der Auslotung der Persönlichkeit der Komponisten und in der Erforschung der Psychologie ihrer Werke. Im Rahmen dieser Arbeit steht sie in engem Kontakt zur internationalen Kreativitäts- und Hirnforschung, insbesondere mit dem Institut für Psychologie und Kognitionsforschung der Universität Bremen. Zurzeit schreibt Ana-Marija Markovina an ihrem ersten Buch. Hier geht es um das Klavierspielen als Persönlichkeitsentfaltung und um die große (neuro)psychologische und pädagogische Bedeutung des Erlernens eines Instruments besonders im Erwachsenenalter. Zusammen mit dem Bremer Musik- und Kulturpsychologen Prof. Dr. Helmut Reuter stellt sie in der Vortragsreihe "Psychologie und Musik" die kulturpsychologische Bedeutung der Klavierwerke im Geist ihrer Zeit vor. Themen wie "Nacht und Ironie der Romantik" oder "Die russische Seele" eröffnen dem Publikum eine ganz neue Sichtweise der musikalischen Interpretation und des Verständnisses der Werke.

Paul Badura-Skoda bezeichnet sie als eine der "bedeutendsten Pianistinnen" ihrer Generation.


Monika Csampai
Ferchenbachstraße 7
D- 80995 München

Fon: +49 (0)89 - 150 50 99
Fax: +49 (0)89 - 150 37 76