Biographie Auryn Quartett

Matthias Lingenfelder, 1. Violine
Jens Oppermann, 2. Violine
Stewart Eaton, Viola
Andreas Arndt, Violoncello


"Tu, was du willst!" Dieser lapidare Leitsatz ist in Michael Endes Roman "Die unendliche Geschichte" auf der Rückseite eines magischen Amuletts zu lesen, das seinem Träger Inspiration verleiht und ihm hilft, den Weg seiner Wünsche zu gehen. Das Auryn - so der Name des Amuletts - wurde 1981 zum Taufpaten für vier junge Musiker, die sich entschlossen hatten, ihren künstlerischen Weg fortan als Streichquartett gemeinsam zu gehen. 
Schon im darauf folgenden Jahr war das Auryn Quartett beim renommierten ARD-Wettbewerb in München und beim internationalen Streichquartettwettbewerb in Portsmouth erfolgreich.
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Die Spielweise des Auryn Quartetts wurde zunächst durch das Studium beim legendären Amadeus Quartett in Köln geprägt. Hier galt das Prinzip eines homogenen, vom leicht dominierenden Oberglanz der ersten Geige gekrönten Ensembleklangs. Während eines Studienaufenthaltes beim Guarneri Quartett dagegen legte man größeres Gewicht auf Transparenz, Trennschärfe und Individualität der Stimmen. Der Ausgleich zwischen diesen höchst gegensätzlichen Musizieridealen wurde zur Feuerprobe für das Auryn Quartett, das nach seiner Rückkehr aus den USA rasch in die Spitzengruppe der internationalen Quartettszene aufrückte.

Seither hat das Auryn Quartett nahezu die gesamte Quartettliteratur bis in die Moderne hinein erarbeitet; hinzu kommen bedeutende Ur- und Erstaufführungen.
Kaum ein anderes Quartett hat ein derart breites Repertoire. Eigene Konzertreihen mit der Kammermusik Mendelssohns und Schumanns in Düsseldorf, die Aufführung aller 68 Streichquartette
Haydns im Sendesaal des WDR in Köln und in Padua, sowie zuletzt des Beethovenzyklus in der Wigmore Hall in London belegen dies eindrücklich. Ebenso dokumentieren eine Vielzahl preisgekrönter Aufnahmen beim Label TACET den hohen künstlerischen Rang des Ensembles.
Nach den hoch gelobten Gesamteinspielungen der Streichquartette von Beethoven und Brahms und Aufnahmen des Klavierquartetts und -quintetts von Robert Schumann begeistert das Auryn Quartett momentan mit den nach und nach erscheinenden Aufnahmen sämtlicher Streichquartette Joseph Haydns. Gleich die erste CD dieser Serie, Haydns Opus 1, wurde mit einem ECHO Klassik ausgezeichnet.

Ein weiterer Beleg für die große Anerkennung, die dem Quartett zuteil wird sind die 4 herausragenden Instrumente, die den Musikern zu Verfügung gestellt wurden.  Jedes dieser Instrumente war auch früher schon in berühmten Streichquartettformationen zu hören:
Matthias Lingenfelder spielt eine Stradivari von 1722 die Joseph Joachim gehörte,
Jens Oppermann die Petrus Guarneri vom Amadeus Quartett, Stewart Eaton eine Amati von 1616 (Koeckert Quartett) und Andreas Arndt das Niccolo Amati Cello aus Hindemiths Amar Quartett.

Der Terminkalender des Ensembles wird seit langem durch feste Partnerschaften mit großen Konzert- und Festspielpodien strukturiert,  wie z.B. mit der Carnegie Hall und dem Lincoln Center in
New York, der Wigmore Hall in London und dem Concertgebouw in Amsterdam. Dazu kommen zahlreiche Festivas wie Luzern, Edinburgh und Salzburg.
Hier wie auch in vielen anderen Konzerten hat das Quartett seine Formation immer wieder um bedeutende Musiker wie z.B. Menahem Pressler, Nobuko Imai, Jörg Widman, Sharon Kam, Tabea Zimmermann, Christine Schäfer und Peter Orth erweitert.
Erst kürzlich konnten sich die vier den lange gehegten Wunsch nach einem eigenen Festival erfüllen: Seit 2007 findet im oberitalienischen Städtchen Este ein Kammermusikfest statt, das vom Auryn Quartett gemeinsam mit befreundeten Musikern und Ensembles gestaltet wird.
In diesem Jahr hat das Quartett nach langjähriger Mitwirkung bei den Musiktagen Mondsee die künstlerische Beratung für dieses renommierte Festival übernommen.

Seit 2003 geben die Mitglieder des Auryn Quartetts ihre Erfahrungen als Professoren der Detmolder Musikhochschule weiter. Das Unterrichten, wirkt dabei auch auf die eigene künstlerische Arbeit zurück. Der Routine entgegenzusteuern, wach zu bleiben für neue Erfahrungen, künstlerische Positionen immer wieder auf den Prüfstand zu bringen - damit ist das Auryn Quartett in den fast 30 Jahren seines Bestehens ein bemerkenswert junges Ensemble geblieben.
Die Magie des Auryns wirkt fort.
März 2010


Monika Csampai
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