Presse Wassily & Nicolai Gerassimez                                     

Was macht der Kleiderbügel im Klavier?


Die Brüder Gerassimez gastierten in Pewsum
"Drei Künstler „nur“ - aber die Bühne in der Pewsumer Nicolaikirche war am Dienstag vollgestellt mit musikalischem Equipment. Die Brüder Gerassimez brauchen Platz, wenn sie gemeinsam auftreten. Sie brauchen das Podium nicht nur für einen Flügel (Nicolai), ein Violoncello (Wassily) und jede Menge Percussioninstrumente (Alexej). Sie brauchen vor allem viel „Luft“ für ihre Musik, denn wenn sie spielen, geht es richtig zur Sache. Die Brüder Gerassimez sind gute Erzähler. (...)
Einfach nur gut. Gerassimez gut. In der Pause hat Nicolai den Flügel präpariert. Was außer Heftklammern, Klangschalen und später den eigenen Händen noch hineinkommt, ist tatsächlich: ein Kleiderbügel, aber ohne Haken. „Das macht ganz tolle und spannende Klangeffekte“, erklärt der Pianist. Stimmt, denn das spielerische Spiel mit Geräuschen und Tönen nimmt auch die Hörerschaft in „Fam“ von Emmanuel Séjourné gefangen. Die stillen, verletzlichen Seiten der Brüder zeigen sich in zwei Kompositionen (Uraufführungen!) von Wassily Gerassimez für Cello und Klavier. Von Abschied und Trauer, Traumbildern erzählt er darin in einer klaren, aber sehr poetischen und eindringlichen Tonsprache. Nach soviel neuen, noch druckfrischen, ungewohnten Klängen und Hörerfahrungen endet der Abend vor einer Ragtime-Zugabe versöhnlich. Bescheiden weist Cellist Wassily darauf hin, dass die Rossini-Variationen von Martinu über ein Thema aus „Moses“ das Gegenstück zu Werken Paganinis sind. „Da ist alles drin, was auf dem Cello geht.“ Das legt er mit seinem Bruder zusammen locker hin. Eben Gerassimez."
(...)
Emder Zeitung, 21.07.2014

Duo Gerassimez: Zwei Brüder im Einklang

"88 Tasten und 4 Saiten in perfekthomogenem Einklang konnten die Hörer am Sonnabend in der erfreulich gut besuchten Ansgarkirche beim  Musikfreunde-Konzert der Reihe „Klassisch beflügelt“ erleben: Die Brüder Nicolai (28, Klavier) und Wassily Gerassimez (22, Cello) bewiesen eindrucksvoll, dass familiäre Vertrautheit für ein ganz besonderes, intuitives Zusammenspiel sorgen kann, das durch häufigen Blickkontakt noch optimiert wurde. (...)
Ebenso überzeugend gelang Schostakowitschs vielschichtige Cellosonate d-Moll op. 40: mit weiten Spannungsbögen, Dramatik und Intensität – und im finalen Allegro dem nötigen „Mut zur Hässlichkeit“, der dem sarkastischätzenden Satz das passende Flair verlieh. Für den Unterhaltungs-Höhepunkt sorgte Transition, eine  Eigenkomposition von Wassily Gerassimez. Denn im Mittelteil des vom Jazz inspirierten Werkes ist eine regelrechte „Performance“ gefordert, inklusive Instrumententausch der Brüder und Trommelei auf Flügeldeckel und Cello. Das sorgte beim begeisterten Publikum für frenetischen Applaus (...)"
Kieler Nachrichten, 24.02.2014

Bravo-Rufe für zwei Brüder

(...) "Das Duo begeisterte mit Beethovens "Sieben Variationen" über ein Thema aus Mozarts "Zauberflöte" ebenso wie mit der Sonate Nr. 3 in ADur. Vor allem durch die packende Darbietung von  chostakowitschs Sonate op. 40 in d-Moll ließ sich das Publikum schon vor der Pause zu Bravo-Rufen hinreißen. In "Transitions", einer Komposition des jungen Cellisten, wurden nicht nur die Grenzen musikalischer Stile ausgelotet, sondern auch die Instrumente getauscht. Ein ausgezeichneter musikalischer Vorabend endete mit dem "Grand Tango" von Astor Piazzolla und viel Applaus".
Rheinische Post, 20.02.2014

Eine Sonate behält ihr Geheimnis

(...) "Das Spiel von Wassily (Violoncello) und Nicolai Gerassimez war gradlinig, klar strukturiert, technisch perfekt. Gerade die Schostakowitsch-Sonate wurde von instrumentaler Virtuosität nicht geglättet, sondern blieb in ihren ästhetischen Brüchen unangetastet. Die nostalgische Kantilene des Kopfsatzes
wirkte nicht romantisiert, der bizarre Tanz des zweiten Satzes nicht karikiert. Die Elegie des dritten Satzes und der burleske Tonfall des Finales zogen ungeschminkt vorüber - eine fabelhafte Darstellung. Ludwig van Beethovens imperiale Sonate A-Dur op. 69 wurde in ihren klassischen Maßen betont, doch blieben
rhythmischer Kontrast und harmonische Schärfe stets präsent. Die Synkopen des Scherzos hätten pointierter kaum klingen können, auch weil der Pianist nie der Defensivtaktik verfiel und der Cellist in prekären Griff- lagen makellose Intonation bewies. Ein grandioser Abend - mit Hintergrund."
Münstersche Zeitung, 11.02.2014

Energisch die Zugabe eingefordert

Wassily und Nicolai Gerassimez gastierten in der Arenshorster Kirche

"Ein Konzert der  Spitzenklasse erlebten die Besucher am  Sonntagabend in der St.-Johannis-Kirche zu Arenshorst, das mit minutenlangen stehenden Ovationen und einer Zugabe endete. (...)
Im Dialog der beiden Instrumente und im perfekten Zusammenspiel konnten die Zuhörer eine Triolenvariation (Var. I), eine Lauf- und Tremolovariation
(Var. II), ein Andante mit feierlichen, tiefen Klavierakkorden (Var. III) und eine schnelle Finalvariation mit den verschiedensten Klangeffekten hören. Mit einer reichen Ausdrucks- und  Farbenvielfalt meisterten die gebürtigen Essener dann souverän die Sonate op. 40 von Dmitri Schostakowitsch, die er 1934 schrieb. (...)
Welch brillanter Pianist Nicolai Gerassimez ist, bewies er mit Alberto  Ginasteras „Danzas Argentinas op. 2“. Ein Stück, das zeitweise ein hohes Tempo erfordert, dann wieder fast romantische Tonfolgen birgt. Leicht, perlend, schwungvoll und musikalisch bis in die Fingerspitzen interpretierte der Pianist diese drei Tänze. Fulminant und im Wechselspiel zwischen expressiver Dramatik und spritzigen Dialogen wollte das Duo das Arenshorster Konzert mit Astor Piazzollas „Le Grand Tango beenden. Doch ohne Zugabe ließ das begeisterte Auditorium die beiden sympathischen Musiker nicht gehen: „Transition“, was„Übergang“ bedeutet. So wechselten sie auch spielerisch die Instrumente, groovten im New-Orleans-Stil – und das Publikum war schier aus dem Häuschen." (...)
Neue Osnabrücker Zeitung, 06.02.2014 

Variationen voller Temperament und Witz: die Brüder Gerassimez

"Sie sprechen musikalisch mit beneidenswerter Unmittelbarkeit, die so selbstverständlich wirkt wie die lockere Unterhaltung mit Bekannten. Temperamentvolle, dem Leben zugewandte Menschen musizieren hier in der Musikgalerie Voss in Mühlhausen – mit Witz, Vitalität, Nachdenklichkeit und einem sympathischen Schuss jugendlicher Unbekümmertheit.
Staunenswertes Spiel
Wenn sich Wassily am Cello und Nicolai am Piano bei Martinus Variationen über ein Thema von Rossini die musikalischen Skateboards unter die Füße schnallen, legen sie los mit kunstvollen Saltos und Sprüngen, dass man nur staunen kann. Denn so frei ihr Spiel ist, so präzise und beherrscht ist es auch. Abenteuerlich virtuos blitzen die schnellen Passagen, absolut wendig sind ihre Melodie-Kurven. Und die musikalischen Dialoge sind so präzise ineinander verflochten, dass sie Übereinstimmung und befeuernde Kontroverse vereinen. Variationen voller Temperament und Witz. (...)
Eine Überraschung der Extra-Klasse bietet das letzte Stück des Abends. Bei Wassily Gerassimez Eigenkomposition fliegen die Finger, wird auf dem Flügeldeckel getrommelt, die Instrumente getauscht, das Cello in eine Gitarre verwandelt, unmittelbar ineinander greifend und mitreißend. Eine Orgie der Spielfreude."
Pforzheimer Zeitung, 30.01.2014  

Der Zuhörer fühlt sich reich beschenkt

Die erfolgsgewohnte Waldenbucher Konzertreihe begann das neue Jahr am
Samstagabend gleich mit einem besonderen Höhepunkt: Über die 57. Bundesauswahl
Konzerte junger Künstler kamen die Brüder Wassily und Nicolai Gerassimez in der Besetzung Cello und Klavier in die Kirche St. Veit und brachten das wieder einmal vollbesetzte Haus zu lautstarken Begeisterungsstürmen.


(...) "Die Gerrassimez-Brüder versuchten, es ihren Zuhörern leicht zu machen. Der lebensvolle Ausdruckswille und das konstruktive Formdenken bei Martinu bei der Umsetzung des an sich heiteren Themas aus Rossinis Oper "Moses" wurde hier mit einem sowohl musikalischen als auch körperlichen Großeinsatz regelrecht zelebriert. Da stieß man gestalterisch in Grenzgebiete vor, selbst der Bogen musste bei dem rhythmischen Drive einige Haare opfern. Bei der 1934 geschrieben Sonate von Schostakowitsch war die musikalische Spannweite trotz der parteilich verlangten Verengung noch immer reichlich und ergiebig. Die beiden Brüder trafen den Nerv des Geschehens mit staunenswertem Einfühlungsvermögen und machten aus den vier so verschiedenen Sätzen wirkungsvolle Szenen mit Lust am virtuosen Glanz und mit Liebe zum lyrischen Detail. (...)
Die tumultartigen Applaus-Stürme konnten die beiden Ausnahmekünstler nur mit einer Zugabe befrieden. Man hörte eine Komposition von Wassily Gerassimez selbst, er nennt sie "Tradition" op. 3 und sie zeigt eine moderne, expressiv modellierte Musik, eingebunden in einen vielgestaltigen Spannungsablauf. Besonders witzig war, dass man zwischendrin einfach einmal die Instrumente wechselte, sie zur Perkussion verwendete, um dann wieder in eine hauptsächlich vom Jazz inspirierte Klangschiene zurückzufinden. Man hatte als Zuhörer das Gefühl, von den beiden jungen Musikern reich beschenkt worden zu sein."
Böblinger Bote, 28.01.2014

CD-Tipp

"Am schwierigsten sind nicht die virtuosen, sondern die kargen Werke. Deshalb ist Dmitri Schostakowitschs Sonate op. 40 ein Prüfstein für Cello-Klavier-Duos. Die Brüder Wassily (Cello) und Nicolai (Klavier) Gerassimez legen eine überwältigende Interpretation voller Natürlichkeit und Tiefenschau hin. Ferner auf ihrer Debüt-CD: eigene Werke (glänzende Handwerksarbeiten), Mendelssohn und Fazil Say. "Freier Fall" nennt sich die CD, die eigentlich ein Höhenflug ist."
Wiener Zeitung, 28.01.2014 

CD-Kurzkritik

"Das aus Essen/Deutschland stammende Duo Wassily & Nicolai Gerassimez gewann 2012  den 1. Preis des Deutschen Musikwettbewerbs. Auf einer mit ‘Free Fall’ betitelten CD von Genuin spielen die beiden Werke für Cello und Klavier von Felix Mendelssohn Bartholdy (2. Sonate), Dmitri Shostakovich (Cellosonate op. 40), Wassily Gerassimez (Cello Blues; Transition) und Fazil Say (Paganini Variationen). Während in Mendelssohns Sonate das Klavier dominiert, spielt das Cello in der Shostakovich-Sonate ganz klar die Hauptrolle in einem angeregten Dialog. Die beiden Brüder tauchen tief in die Musik ein, unprätentiös und völlig natürlich. Ganz nett sind auch die beiden Stücke des Cellisten, und in Fazil Says Paganini Variationen beeindruckt Nicolai mit einer sehr singenden Interpretation, die sich deutlich von des Komponisten eigenem Interpretieren abhebt. Eine sicherlich interessante CD, die mit ihrem gemischten Programm für Hör-Abwechslung sorgt (GEN 14304)."
pizzicato CD-Kurzkritik, 28.01.201 

Die Gerassimez-Brüder, beflügelt von Musik

In Essen sind sie inzwischen nur noch „auf Besuch“. Längst haben Ausbildung und erste Karriereschritte die Brüder Nicolai (Klavier) und Wassily Gerassimez (Cello) nach Berlin und Leipzig verschlagen. Eben ist ihre erste CD erschienen. Nach ihrer familiären Steeler Stippvisite traf Lars von der Gönna die Brüder zum Gespräch.

GROSSES INTERVIEW in der WAZ vom 15.01.2014

CD-Tipp "Free Fall"

Mit klassischer Musik sind die Brüder Nicolai und Wassily Gerassimez groß geworden. Geboren und aufgewachsen in Essen, entdeckte Nicolai früh das Klavier, sein jüngerer Bruder Wassily dann im Alter von fünf Jahren das Violoncello.

(...) "Wie im freien Fall zieht diese Musik für Nicolai und Wassily Gerassimez vorüber. Die erste CD sei schließlich etwas ganz Besonderes, meinen die Brüder im Booklet ihres Debüt-Albums, und genauso aufregend wie ein Fallschirmsprung aus einem Flugzeug. Deshalb nennen sie ihre CD auch "Free Fall". Und es ist tatsächlich so: Ihr Spiel lässt den Puls von Anfang an höher schlagen. (...)
"Transition" komponierte Wassily 2008 als Stück im jazzigen Stil für Cello und Klavier. Der Titel Transition - "Übergang" - bezieht sich wortwörtlich auf den Instrumentenwechsel zwischen den beiden Musikern im improvisierten Mittelteil. Da trommelt der Cellist auf den Flügeldeckel, während der Pianist das gleiche auf dem Cello tut. In vertauschten Rollen beginnt der Cellist auf dem Klavier zu improvisieren. Der Pianist begleitet am Cello mit Pizzicato-Einwürfen, bevor jeder wieder an sein Instrument zurückkehrt. Und spätestens dann ist klar: Wassily und Nicolai Gerassimez sind Vollblutmusiker, die gar nicht anders können, als mit ihrer Musik zu begeistern. Und das auf höchstem Niveau. Eine Entdeckung!"
BR-Klassik, 15.01.2014  

 


Monika Csampai
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