"Das Cello ist mein Leben", sagt Friederich Kleinhapl, und das ist nicht nur eine hohle Phrase. Als er im Alter von fünf Jahren den Wunsch äußerte, Dirigent zu werden, bekam er sein erstes Cello. Fortan widmete er sich mit Leib und Seele seinem Instrument, feilte an Bogentechnik und Klang und fand seinen eigenen musikalischen Weg. Mit Erfolg. Wie keinem anderen gelingt es dem österreichischen Weltklassemusiker mit seinem Cello zu einer symbiotischen Einheit zu verschmelzen und mit ausdrucksstarkem, emotionalem Spiel die Herzen seiner Zuhörer zu berühren. Und diese Fähigkeit brachte dem international konzertierenden Musiker höchstes Lob ein: "Friedrich Kleinhapl ist einer der vielversprechendsten Musiker einer neuen, jüngeren Generation", urteilte der Dirigent Valerie Giergiev nach einer gemeinsamen Aufführung des Cello-Konzerts von Antonin Dvorak mit dem Mariinsky-Orchester.
Sieben Quintessenz-Fragen an Friedrich Kleinhapl
Aktuelle CD:
Beethoven Cellosonaten II mit meinem Duopartner Andreas Woyke.
Bevorzugte Komponisten:
Die Guten - oft zählen eigenartiger Weise ausgerechnet die dazu, mit denen ich mich intensiver auseinandersetze - möglicherweise gibt es da sogar einen Zusammenhang.
Zum ersten Mal ein Cello gesehen...
Das muss vor der Geburt gewesen sein, noch in meiner präterrestrischen Entwurfs- und Entwicklungsphase: da wurde ich - wie ich mich zu erinnern glaube - gefragt, ob ich mir das Guadagnini als Teil von mir vorstellen könne, meine Arme als Verlängerung des Bogens, meinen Brustkasten als Resonanzraum usw... aber ich kann mich da auch irren - liegt schon eine Zeit zurück.
Wenn ich eine Zeitmaschine hätte...
Würde wahrscheinlich mein Forschergeist so lange daran herumdrehen und experimentieren, bis sich nicht einmal mehr die Himmelstechniker auskennen würden. Wahrscheinlich hat man mir auch deshalb noch nie eine gezeigt.
PS: Vielleicht ist die im fernen Osten geltende Einheit von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auf einen ähnlichen Vorfall zurück zu führen...quasi als philosophische Rettung aus einem technischen Schlamassel.
Meine Lieblingsbeschäftigung nach einem Konzertabend ...
Samba tanzen und Fußball spielen - aber leider kann ich weder das eine noch das andere. Also habe ich mich aufs Lachen, Endlos-Blödsinn-Verzapfen, Ein-Gläschen- Trinken, Palatschinken - oder noch besser Kaiserschmarrenessen verlegt - am besten mit lieben Freunden.
Wenn ich nicht Cellist geworden wäre...
hätte ich Medizin studiert. Zum Wohle der Menschheit habe ich das unterlassen.
Mein Lebensmotto:
Spaß und Begeisterung zu haben, bei möglichst allem was ich tue; keine Rolle zu spielen, sondern möglichst echt zu sein; und hoffentlich jeden Tag ein Stückchen mehr meine Intuition statt meines Hirns um Rat zu fragen.

