Der eben erst 26-jährige Geiger Thomas Albertus Irnberger ist eine musikalische Allround-Begabung, wie man sie heute kaum mehr findet: Schon in jungen Jahren machte das Multi-Talent international auf sich aufmerksam und steht jetzt auf der Schwelle zum Durchbruch als einer der besten Geiger der neuen Generation. Aber Irnberger ist auch Pianist, ein exzellenter Sänger und Musikhistoriker. Außerdem beschäftigt er sich intensiv mit Fragen der Aufnahmetechnik und Klangwiedergabe und ist ein Experte auf dem Gebiet historischer Tasten- und Streichinstrumente.
Mit bereits fünfzehn CD-Aufnahmen, die allesamt von der Fachwelt umjubelt wurden, hat sich Thomas Albertus Irnberger in den Geigen-Olymp gespielt, doch der junge Musiker nützt seine Zeit, um mit großer Wissbegier und Freude am gemeinsamen Musizieren mit großen bedeutenden Pianisten wie Jörg Demus und Paul Badura-Skoda weitere CDs zu produzieren, die in Kürze auf den Markt kommen werden …
Sieben Quintessenz-Fragen an Thomas Albertus Irnberger
Bevorzugte Komponisten:
Die vier großen Bs (Bach, Beethoven, Brahms, Bartok), Mozart, Schubert, Schumann....
Aktuelle CD:
Dritte Einspielung von Mozart-Violinsonaten mit Paul Badura-Skoda. Wieder auf Originalinstrumenten. In Kürze erscheint mit "Salon de Vienne" eine SACD mit Musik aus Wien zur Zeit der letzten Jahrhundertwende mit Stücken von Strauss, Bartok, Kreisler und Brahms. Ebenso ist eine SACD mit Violinsonaten von C. Franck, C. Debussy und J. Demus ab November erhältlich.
Zum ersten Mal eine Geige (ein Klavier?) gesehen ...
Eine Geige habe ich zuerst auf einer CD gehört (Mendelssohn-Violinkonzert e-Moll) und mich dann bei meinen Eltern nach dem Instrument erkundigt. Ein alter Bösendorfer- Flügel mit Wiener Mechanik stand bei uns zu Hause im Wohnzimmer.
Wenn ich eine Zeitmaschine hätte,
würde ich mich in die Zeit Gustav Mahlers versetzen lassen und ihn bitten, für mich ein Violinkonzert zu schreiben, in der Folge auch noch zum gleichen Zweck Puccini, Schubert, Franck, Zemlinsky und Bruckner besuchen.
Meine Lieblingsbeschäftigung nach einem Konzertabend ...
- ein gemütliches Essen mit meinen Kammermusikpartnern bzw. Freundinnen und Freunden, gegenseitiges Erzählen von Anekdoten aus dem Musikleben...
Wenn ich nicht Geiger geworden wäre ...
gäbe es zwei Optionen:
Die mir angenehmere Variante: Direktor des Kunsthistorischen Museums in Wien, nicht um die Saliera persönlich zu bewachen, sondern um die zahlreichen alten Musikinstrumente im Depot zu restaurieren und spielbar zu machen.
Die zweite verdienstvolle Variante:
Österreichischer Minister für Kunst und Kultur. Als solcher würde ich das Erlernen eines Musikinstruments als Pflicht-fach bereits in der Volksschule (Grundschule) für jedes Kind bis zum 14. Lebensjahr einführen - nach dem Grundsatz, den ich in einem Vortrag von Hans Werner Henze gehört habe : "Gebt den Kindern statt einer Knarre eine Gitarre !"
Mein Lebensmotto:
Musik zu machen, um dem Werk und dem Komponisten zu dienen - mit historischem Wissen, Quellenstudium, unter Einbeziehung von musikwissenschaftlichen Forschungen und nicht zur Selbstdarstellung.

