
"Die einzige junge Künstlerin, die Chopin spielen kann…", so urteilte der Bayerische Rundfunk über die kanadische Pianistin Jennifer Lim und scheute sich nicht, ihren Namen in einem Atemzug mit anerkannten Größen wie Martha Argerich, Ivo Pogorelich und Arturo Benedetti Michelangeli zu nennen. Mit brillanter Technik, raffinierten Phrasierungen und machtvollen Klangkaskaden weiß die Künstlerin, Kritiker und Musikliebhaber gleichsam zu verzaubern, und das nicht nur bei Chopin. Trotz ihrer Jugend ist Jennifer Lim ein alter Hase auf dem Konzertpodium: Mit sechs Jahren trat die gebürtige Koreanerin, nach nur einem Jahr Klavierunterricht, zum ersten Mal öffentlich auf, mit acht Jahren gewann sie den ersten Preis beim "Korean Times National" Musikwettbewerb. Ab 1994 besuchte sie als Schülerin von Peter Serkin das Curtis Institute of Music und gewann gleich nach ihrem Diplom 1998 den heißbegehrten Rachmaninoff-Preis. Seither gibt die Pianistin, deren Charisma die Zeitschrift "Stereoplay" auf die Mischung "aus fernöstlicher Präzision und amerikanischer Lässigkeit" zurückführt, in den Vereinigten Staaten und Kanada Konzerte, tritt als Solistin mit großen Orchestern auf und nimmt an namhaften Musikfestivals teil. Einstimmiges internationales Lob erhielt die Absolventin der renommierten Juilliard School für ihre fulminante Chopin-Einspielung. 2007 veröffentlichte Jennifer Lim eine weitere Solo-CD mit Werken von Chopin und Rachmaninoff.
Fünf QUINTESSENZ-Fragen an Jennifer Lim
Zum ersten Mal ein Piano gesehen...
Als ich mit vier Jahren eines Samstags von einem Nickerchen erwachte, wartete ein Geschenk auf mich - ein wunderschönes schwarzes Erard-Klavier! Später erzählten mir meine Eltern, dass sie mich ein paar Wochen zuvor so unwahrscheinlich traurig und pausenlos weinend gefunden hatten, wie sie mich nie zuvor gesehen hatten, als ich dem zweiten Satz aus Beethovens "Emperor" lauschte.
Wenn ich eine Zeit-Maschine hätte...
Zurückreisen und mit Mozart abhängen!
Meine Lieblingsbeschäftigung nach einem Konzert...
Champagner trinken - oder zumindest guten Wein - und glücklich sein in der Gesellschaft lieber Menschen. Als ich 2001 in Wiesbaden gespielt habe, gab mir der Organisator das beste Blumen-Ersatzgeschenk: zwei Flaschen Wein aus der Region. Ich wünschte jeder Organisator würde das tun!
Wenn ich keine Pianistin geworden wäre...
... hätte ich die Schauspielerei verfolgt, oder wäre Psychiater geworden.
Mein Motto:
Lebe ein bisschen und hoffe das Beste! (und schätze was Du heute hast!)

