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  • Antje Rößler, Klassik Heute

"dieses Albums zeigt eine andere, oft überraschende Facette der Harfe"

"Julia Wacker ist Harfenistin bei der auf Zeitgenössisches spezialisierten Basel Sinfonietta. Auch als Solistin lässt sie ihr traditionsreiches Instrument in der Moderne ankommen. Auf ihrer neuen Solo-CD präsentiert sie Beispiele für den fruchtbaren Austausch zwischen Komponisten und Harfenisten; die Werke entstanden zwischen 1924 und 1987.

Das Album offenbart, wie stark das Harfenrepertoire von den Interpreten geprägt ist. Den Auftakt macht eine Sonate, die Ernst Krenek im amerikanischen Exil für den spanischen Star-Harfenisten Nicanor Zabaleta schrieb, der wiederum mit seiner Frau in deren puertorikanischer Heimat lebte. Julia Wacker meistert hier enorme spieltechnische Herausforderungen bei stetem Pedalgebrauch, sorgt für energiegeladene Rhythmen und zupackende Gesten.


Zwei filigran pentatonisch-schillernde Impromptus stammen aus der Feder des französischen Marineoffizier Jean Cras. Dieser erhielt spielpraktische Hinweise von Pierre Jamet, dem Solo-Harfenisten der Pariser Oper, der auch von Debussy mit Kompositionen bedacht wurde.

Es folgen weitere Raritäten: eine folkloristisch turbulente Sonate des Italieners Alfredo Casella sowie rauschende Divertissements des Debussy-Schülers André Caplet, die nicht zuletzt die technischen Errungenschaften neuen Doppelpedalharfe aus dem Hause Érard propagieren sollten.


Weiter geht es mit einer harmonisch raffinierten Suite, die Benjamin Britten seinem Lieblingsharfenisten Osian Ellis in die Finger schrieb. Das letzte und zugleich neueste Werk des Albums ist eine feinsinnige Passacaglia, die Heinz Holliger seiner Frau Ursula, einer renommierten Harfenistin zum 50. Geburtstag widmete. All diese Hintergründe erfährt man im informativen Booklet.

Jedes Stück dieses Albums zeigt eine andere, oft überraschende Facette der Harfe. Dabei beeindruckt Julia Wacker mit stilistischer Vielseitigkeit, spieltechnischer Brillanz und seelenvoller Tiefe."



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