• Andreas Maurer, Ö1

"eine lebendige Gefühlswelt, weit entfernt von Gefühligkeit"

"Nehmen Sie Platz, lehnen Sie sich zurück und genießen Sie Wohnzimmer-Atmosphäre! Zusammen mit dem Coverbild von des Malers Mihály von Munkácsy ("Das Musikzimmer", 1878) entführen Thomas Albertus Irnberger (Violine) und Pavel Kaspar (Klavier) auf ihrem aktuellen Album in den bürgerlichen "Salon de Budapest" des ausgehenden 19. Jahrhunderts.


Dort erklingen ungarische Tänze von Brahms, Kodály oder Rachmaninoff sowie Romanzen, Fantasien und Melodien von Tschaikowsky, Auer, Bohm oder Joachim. Die ungarische Sopranistin Brigitta Simon stimmt dazu bezaubernde Lieder aus Operetten von Lehár, Huszka, Kálmán und Kacsóh an. Hie und da mischt sich auch ein Csárdás von Lehár, Hauser oder Hubay darunter. Die Oase der "guten alten Zeit" ist jedoch trügerischer Schein - ringsum schwelen soziale Unruhen, herrschen gesellschaftliche Missstände, toben Kriege. Im klingenden Salon verdichtet sich die auslaufende Epoche.


Musiziert wird ebenso treffsicher - Irnberger und Kaspar beeindrucken mit einem unfehlbaren Instinkt für diese Musik, Brigitta Simon schwingt sich mit ihrer klaren Sopranstimme bis in die höchsten Lagen empor. Bestechend lebendig und poetisch entstehen so gesund dosierte Herzensmelancholie, Temperament und Schmelz, rhythmischer Biss und Raffinement bzw. eine perfekte Balance zwischen Feuer und Nüchternheit. Fazit: eine lebendige Gefühlswelt, weit entfernt von Gefühligkeit."

Des Cis, zum Nachhören