• WernerPfister

"Einfach betörend"

Musik & Theater September/Oktober 2021


"Eine Ausnahmebegabung, kein Zweifel: Denn kaum erwachsen, nämlich mit zwanzig wurde Matvey Demin stellvertretender Soloflötist des Tonhalle-Orchesters Zürich. (...)

Nun legt er eine CD vor mit zwei Klassikern der französichen Flötenliteratur, nämlich den Sonaten von Poulenc und Franck. Das letztere ursprünglich für Violine geschrieben wurde, vergisst man, wenn Demin spielt - mit einer wunderbar leichten Tongebung, mit weit gesponnenen, elegischen Melodielinien, als würde er sie mit einem hochkarätigen Silberstift zeichnen. Oder ist es gar pures Gold? (...)

Als Reverenz an seine russsiche Heimat adaptierte Matvey Demin Tschaikowskys berühmte Sérénade mélancholique, was auf seiner Silberflöte perfekt funktioniert. Und für Liebhaber von virtuosen Feuerwerken gibt's zum Schluss "La Campanella" von Paganini: gleichermasen finger- und zungenflink geblasen. Zuweilen vermeint man sogar, Demin beherrsche auf seiner Flöte auch das geigerische Flageolett. Einfach betörend."