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  • Wilfried Schäper, Radio Bremen

"Sie ist eine Malerin an den Tasten, eine Künstlerin mit sehr vielen Farbtönen auf ihrer Palette."

"Ich finde es sehr erfrischend, wenn auf einem Debüt-Album nicht immer die gleichen Stücke von Beethoven, Chopin oder Liszt auftauchen. Das hat sich wohl auch die junge Pianistin Adriana von Franqué gedacht. Sie spielt auf ihrer ersten CD Stücke, die alle mit Paris zu tun haben. Da sind natürlich Debussy und Ravel dabei, aber auch echte Raritäten von Lili Boulanger und Simon Laks.

„D´un vieux jardin“, ein Klavierstück der jung verstorbenen Französin Lili Boulanger. 1914 hat sie das zarte und farbenreiche Stück geschrieben. Die Pianistin Adriana von Franqué spielt es als Einstieg in ihr Debüt-Album „Filigrane“. Dieser Titel ist mehrdeutig, kann Wasserzeichen bedeuten, aber auch eine feingliedrige Goldschmiedearbeit. Feingliedrig ist auch das Klavierspiel von Adriana von Franqué. Sie ist eine Malerin an den Tasten, eine Künstlerin mit sehr vielen Farbtönen auf ihrer Palette. Das Repertoire ihrer ersten CD hat sie klug gewählt, denn gerade die französische Klaviermusik lebt ja von ihrem ungeheuren Reichtum an Farben.

Das interessanteste Stück auf der neuen Platte kommt für mich von Simon Laks. Der in Warschau geborene Musiker hat wie durch ein Wunder Auschwitz überlebt. Nach der Befreiung des Lagers ist Simon Laks zurück nach Paris gegangen. Nur langsam hat er dann wieder angefangen zu komponieren und 1949 zum 100. Todestag von Chopin eine Klavierballade geschrieben mit dem Titel „Hommage à Chopin“. Eine raffinierte „Stilkopie“ des Pariser Polen, harmonisch aber durch die Brille des 20. Jahrhunderts betrachtet. (...)

Die Pianistin hat nicht nur eine feine Technik, sie hat auch viele subtile Klangfarben zu bieten. Ein sehr besonderes und klug zusammengestelltes Debüt der jetzt 30-jährigen Pianistin Adriana von Franqué."






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