• Dr. Ingobert Waltenberger, online merker

"Unterhaltsam, mitreißend, rätselhaft schön!"

"Musik für die Besetzung Gitarre-Fortepiano haben vor allem Komponisten im frühen 19. Jahrhundert geschrieben. Hummel, Diabelli, Moscheles, Giuliani oder Weber. Die Hochblüte der Kombination war zeitlich vor allem vom Stand der Entwicklung der beiden Instrumente und ihrer klanglichen Möglichkeiten abhängig und bedingt. Was heute auf modernen Flügeln bzw. Gitarren wegen einer völlig anderen Klangbalance (Übermacht des Klaviers) überhaupt nicht mehr zusammengeht, funktioniert mit einem Fortepiano (hier: Kopie nach L. Dulcken von Neupert) und einer Biedermeiergitarre (hier: Kopie nach J.G. Stauffer von B. Kresse) bestens.

Das Frappierende beim Zuhören sind die Ähnlichkeiten im Klang der beiden Instrumente, bisweilen in all ihren Anverwandlungen stimmungsdeutend nicht einfach voneinander unterscheidbar. Reizvolle orchestrale Effekte stellen sich ein, zumal damals die verschiedenen Pedalfunktionen eines Fortepiano völlig andere Klangerlebnisse erlauben, als wir dies heute von einem Klavier kennen.

Sheila Arnold plaudert aus dem Nähkästchen: „Da gibt es, wie heute, die Dämpfungsaufhebung, das sog. una corda, bei dem die Klaviatur so weit nach rechts verschoben wird, dass nur noch eine von zwei Saiten angeschlagen wird und den Moderator, bei dem sich Filzsegel zwischen Saiten und Hammerköpfe schieben lassen (ergibt ätherische Effekte) oder den Fagottzug, bei dem sich eine Leiste mit Pergamentpapier oder Seide auf die Saiten der tieferen Töne so leicht absenken lässt, dass ein Schnarren entsteht. Besonders geeignet für ausgelassenen Momente bei den Rossini Ouvertüren auf der CD.


Fantastische Gute-Launemacher sind Luigi Boccherinis „Introduktion und Fandango“ sowie die Ouvertüren zu den Rossini-Opern „Eduardo e Cristina“ und „Il Barbiere di Siviglia“. Aber auch Hummels „Pot-pourri für Pianoforte und Gitarre“ Op. 53 bzw. Ferdinando Carullis „Grand Duo in D-Dur Op. 70 entzücken.

Unterhaltsam, mitreißend, rätselhaft schön!"

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