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  • Wilfried Schäper, Radio Bremen 2-Klassikwelt

"viel Herzblut und Können"

" Die Mitglieder des Ensembles haben sich 2014 am Mozarteum in Salzburg kennengelernt. Die Klarinettistin Elena Veronesi, der Cellist Johannes Przygodda und die Pianistin Bokyung Kim haben damals das berühmte Klarinettentrio von Johannes Brahms zusammen einstudiert. Daraus ist dann ein festes Ensemble entstanden – im Kammermusikbereich übrigens eine Seltenheit. Im Vergleich zu Streichquartetten oder Klaviertrios gibt es nur sehr wenige feste Klarinettentrios.

Auf seinem Debüt-Album spielt das Quantum Clarinet Trio natürlich das Brahms-Trio – dazu aber auch 2 echte Raritäten von Robert Kahn und Carl Frühling. Gerade das Trio des 1868 in Lemberg geborenen Carl Frühling war für mich die Entdeckung auf dieser Platte – ein ausgewachsenes und hochklassiges Stück Kammermusik, das sich auf Augenhöhe mit Brahms bewegt. Die Musik des aus einer jüdischen Familie stammenden Frühling wurde von den Nazis eliminiert und war lange vergessen. Frühlings Musik braucht allerdings keinen „Seltenheits-Bonus“. Er schreibt auf hohem Niveau, angelehnt manchmal an Brahms, aber auch an jüdische Traditionen.

Das Quantum Clarinet Trio spielt Frühlings Stück sehr virtuos und intensiv. Besonders der recht lange dritte Satz geht unter die Haut – eine Meditation der Klarinette über sparsamer Begleitung, aus der sich dann später ein wunderbares Gespräch der drei Instrumente entwickelt. Das ist sozusagen „Klezmer der Romantik“ – hier wird Kammermusik zur Klangrede.


Das Trio des 1868 in Lemberg geborenen Komponisten ist für mich die Entdeckung auf diesem Album. Die drei jungen Virtuosen vom Quantum Trio spielen seine Musik mit ganz viel Herzblut und Können – von diesem Ensemble wird man bestimmt noch einiges hören. Seine Debüt-Platte macht auf jeden Fall Lust auf mehr!"







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