5 von 5 Punkten

"Um es gleich zu sagen: Für diese Produktion können eine angemessene Bewertung nur fünf Punkte sein. (...)

Die Vistes al mar entstanden 1921 und werden vom Ensemble Esperanza mit aller Leidenschaft, Zartheit und (im zweiten Satz) auch Schwermut gespielt, die solch einem emotionalen südeuropäischen Werk angemessen sind. Besonders spannend in ihrer Vielfalt und – bedenkt man historische Hintergründe – zu Tränen anrührend sind neun Miniaturen, die der armenische Cellist Sergei Z. Aslamazian aus der Sammlung von armenischen Liedern des legendären Mönchs Komitas (1869–1935) zusammengestellt hat. Zu hören sind schlichte, unbeschwerte Melodien ebenso wie feurige osteuropäische Tänze in wechselndem Rhythmus, geheimnisvoll wispernde Miniaturen. Und Lamenti, so scheint es, die voll von fassungsloser Traurigkeit sind über das Schicksal und die Vertreibung des armenischen Volkes im Jahr 1915. Weit spannt Esperanza unter Leitung der vielseitigen Konzertmeisterin Chouchane Siranossian den Klang auf, lässt Geigen flirren und setzt mit zwei kroatischen Bassisten ein felsenfestes Fundament. Dem gegenüber steht die italienische Leichtigkeit von Ottorino Respighi (1879–1936), der als Komponist einen erstaunlichen Spagat zwischen neobarocker Klarheit (wie hier in der verhältnismäßig unbekannten Suite per archi) und den grandiosen impressionistischen Klangmalereien der Pini oder Fontane di Roma hinlegt. Schließlich nochmal eine Entdeckung mit dem Concerto per archi von Nino Rota (1911–1979), der als Filmkomponist zu den Größten gehört, ansonsten aber eher unterschätzt wird – zu Unrecht, wie dieses Werk beweist. Das ist auf grandiose Weise emotional aufgeladener Klassizismus, nicht ohne eine Spur Ironie und damit Leichtigkeit."

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