"Anastasia Kobekina agiert dabei als die Seele des Ganzen"

"Den Anfang macht ein oft und gern gespieltes Werk: Dmitrij Schostakowitschs Cellokonzert Nr. 1. Die große Anzahl alternativer Einspielungen, der die Musiker damit gegenübertreten, müssen sie indessen nicht als erdrückende Konkurrenz fürchten. Zwischen Solistin und Orchester herrscht ein wohlaustariertes Verhältnis, denn zum einen spielt sich Anastasia Kobekina nie selbstdarstellerisch in den Vordergrund, zum andern besitzt Kevin John Edusei ein feines Gespür dafür, wie stark er das Orchester hervortreten lassen kann, ohne dass dies zum Nachteil des Violoncellos geschieht. Wie er die Klangfarben herausarbeitet, darf als vorbildliche Arbeit bezeichnet werden. Namentlich die tiefen Register der Blasinstrumente treten wirkungsvoll hervor und unterstreichen den herben Tonfall des Werkes. Man hat das Konzert schon rascher gespielt gehört, doch ist es durchaus kein Fehler, wenn die Musiker, wie hier zu hören, der Musik Zeit zum Atmen lassen und sorgfältig phrasieren, so dass das Stück sich in strenger Schönheit entfalten kann. Anastasia Kobekina agiert dabei als die Seele des Ganzen und widmet sich der Darstellung ihrer Partie mit Hingabe, während das Orchester sich seiner bedeutenden Rolle durchaus bewusst ist.

Auch den beiden anderen Stücken wird eine liebevolle Wiedergabe zuteil. Mieczyslaw Weinbergs Fantasie für Violoncello und Orchester ist ein einsätziges Werk von 18 Minuten Dauer, in welchem zwei thematisch aufeinander bezogene Eckteile, die im Charakter an einen langsamen Walzer erinnern, ein scherzoartiges Mittelstück umrahmen. Schostakowitsch wusste, was er an seinem Freund Weinberg hatte, dessen reiches Schaffen in den letzten Jahren zunehmend in seinem Wert entdeckt und gewürdigt worden ist. Wie zahlreiche andere seiner Werke, zeigt auch diese Fantasie, welch prächtiger Melodiker und Instrumentator Weinberg gewesen ist.

Als Abschluss wurde eine sehr junge Komposition ausgewählt: Wladimir Kobekins 2018 entstandene Bacchanten. Bei dem 1947 geborenen Komponisten handelt es sich, wie eine kurze Recherche im Netz zutage fördert, um den Vater der Solistin. Sein Stück macht durchaus neugierig auf mehr Musik aus seiner Feder. Stilistisch fügt es sich sehr gut in den von Schostakowitsch und Weinberg gesetzten Rahmen ein, hört man ihm doch die Herkunft aus jener Tradition an, die von den beiden älteren Komponisten geprägt worden ist. Ausgehend von einem Dialog zwischen Cello und Pauke, entfaltet sich in knapp sechs Minuten ein effektvoll, mit reichem Schlagzeuganteil, instrumentierter Tanz in ausgelassen vertrackten Rhythmen. Im Konzert dürfte dieses Stück sehr wirkungsvoll sein."

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