"Cello wird bei diesen exzellenten Interpretationen zum Protagonisten des Widerstands"

"Es gibt in  Russland die Einstellung, sich zu den Widrigkeiten des Lebens mit listiger Klage zu wehren. Dessen eingedenk hat die junge Solistin Anastasia Kobekina ihre Stimmführung im Cellokonzert (1959) Schostakowitschs mit Vitalsaft und-kraft aufgeladen und zugleich eine rau-ironische Distanz gewahrt. So hat auch der düstere Modus im Moderato einen Hoffnungsschimmer: durch den Kontrast beim intensiven Cello-Cantus und den von Kevin John Edusei pointierten orchestralen Irrlichtern. (...)
Direkter reagierte Mieczslaw Weinberg mit der nach einem Gefängnisaufenthalt komponierten Fantasie (1956) auf Kalamitäten und Enttäuschungen. Deren folkloritischen Lied- und Tanzmotive nimmt Anastasia Kobekina mit nobler Tongebung und protestierenden  Schwung. Vladimir Kobekin überlässt seiner Tochter Anastasia dagegen lieber Gefühle trunkender Lebenslust in opulenten Baccants (2018), die im perkussiven 5er-Metrum und ihrer markanten Artikulation störrisch jegliche Ambivalenzen beiseite schieben. Das sonst eher deklamatorische Cello wird bei diesen exzellenten Interpretationen zum Protagonisten des Widerstands."

 

 

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