Fünf Fragen-Fünf Antworten

An/Von Schaghajegh Nosrati im neuen FONO FORUM

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Ein Stück, das Ihnen viel bedeutet, das aber viel zu wenig bekannt ist: Spontan denke ich da an die Vokalmusik von Sergej Rachmaninow, insbesondere das Lied "Zdes'khorosho" oder auch die "Allnächtliche Vigil" op.37. Ähnlich wie Liszt und Alkan gehört Rachmaninow meiner Meinung nach zu den Komponisten, die leider stark unterschätzt bzw. nur auf den Aspekt der Virtuosität reduziert werden, obwohl ihre Musik weitaus vielfältiger und anspruchsvoller ist, als allgemein angenommen wird.

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Ein Stück, das alle/die meisten anders spielen als Sie: Es ist nicht einfach, darauf zu antworten; als Interpret(in) möchte man gerne glauben, dass man alles auf eigene, induviduelle Weise spielt. Aber ein solches Denken ist naiv, denn zweifellos schwingen Hörgewohnheiten und Aufführungstraditionen immer mit, ob bewusst oder unbewusst. Ich würde aber behaupten, dass sich mein Bachspiel am ehesten von dem vieler anderer Pianist(inn)en unterscheidet, allein schon, weil ich der baroken Tradition gemäß eigene Kadenzen und Verzierungen einbringe 3

Ein Stück, das Sie nie wieder spielen wollen (Aber früher spielen mussten): "Libertando" von Astor Piazzolla. Ich musste das Stück im Rahmen meines Studiums im Fach Ensemblespiel lernen und dabei feststellen, dass mich Piazzollas Musik (trotz argentinischem Feuer) seltsam kalt lässt.

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Das letzte Musikerlebnis, das Sie umgehauen hat: Die Aufführung aller Streichquartette von Beethoven im Jahr 2019, gespielt vom Belcea-Quartett im Pierre-Boulez-Saal Berlin. Es war einfach nur magisch. 5

Ein Stück, das Sie nie verstanden haben: Die Sonatine für Flöte und Klavier von Pierre Boulez. Ich empfinde das Stück als eine einzige Zumutung, sowohl für den Interpreten als auch den Zuhörer (Bei allem Respekt für den Komponisten).

#SchaghajeghNosrati

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