"Ein echtes Schmankerl zum Beethoven Jahr"

"Ferdinand Ries hat die dritte Symphonie Beethovens für Klavierquartett arrangiert. Ries‘ Transkription spiegelt die musikalischen Gepflogenheiten im frühen 19. Jahrhundert, wo Hauskonzerte und Salonmusik wohl die weit verbreitetsten Möglichkeiten waren, die jeweils neuesten Kompositionen kennenzulernen. Schallplatten gab es noch lange nicht. (...)

Er hat gute Arbeit geleistet, meint das Flex Ensemble. Nur kleinere Anpassungen waren nötig, weil bestimmte Stimmen und Harmonien fehlten. Die Cellistin Martha Bijlsma genießt die Freiheit, die die Kammermusikfassung bietet und schätzt, die „Struktur des Stücks in einer sehr intimen, direkten fast nackten Weise offenlegen zu können.“


Mir gefällt die Idee der CD, weil sie uns in eine völlig andere Zeit der Rezeption der damals alle Rahmen und Vorstellungen sprengenden ,Eroica‘ entführt und gleichzeitig mit dem Versuch, Zeitgenössisches an den Beginn und das Ende zu stellen, uns das Unerhörte der Beethovenschen Schöpfungen heute wieder erlebbar machen will. Gordon Williamson hat für den Beginn von „Inside Eroica“ eine „Couverture“ und für das Ende ein „Encore“ geschrieben. Das „Encore“, eine „Art Parodie über das Thema und die Variationen des Finalsatzes“ war der humoristische Angstnehmer für den kanadischen, in Hannover lebenden Komponisten. Die „(C)Ouvertüre“, eigentlich eine Bezeichnung für eine Decke oder den Schokoladenüberzug einer Torte, will Beethoven als Pate der zeitgenössischen Musik würdigen. (...).

Das „Encore“ hingegen bietet als ironisierender Nachklang durchaus einen passenden Übergang ins Jetzt.


Sehr beeindruckend ist die Bearbeitung der „Eroica“ des Ferdinand Ries als auch die beherzt zupackende und elektrische Funken schlagende Interpretation durch das Flex Ensemble. Es ist eigentlich ein andere Werk, das wir hören. Besonders die ,Marcia funebre‘ und das Adagio assai ist hier aussagekräftiger und erschütternder geraten als dies landläufige Einspielungen mit Orchester bieten können. Kana Sugimura (Violine), Anna Szulc (Viola), die schon erwähnte Martha Mijlsma (Cello) und der fantastische Johannes Nies (Klavier) musizieren mit feiner Klinge, sie ahmen in ihrem Spiel kein Orchester nach und wollen das auch gar nicht, sondern sie überzeugen mit kammermusikalischer Durchhörbarkeit, einer konzentrierten Binnenspannung und einem überragenden Stimmen-Feintuning in den harmonischen Geflechte, je nachdem, wie die Instrumente zueinander jeweils gewichtet sind.


Das im Februar 2020 in der Jesus-Christus-Kirche in Berlin-Dahlem aufgenommene Album ist auch klanglich hervorragend gelungen. Ein echtes Schmankerl zum Beethoven Jahr." Zur CD-Besprechung

quintessenz artists

monika csampai

Ferchenbachstraße 7
D- 80995 München

© 2017 Quintessenz