• Tabea Eppelein

Fragen an das Feininger Trio


Alexander von Zemlinsky feiert am 14. Oktober seinen 150. Geburtstag. Sie haben sich mit ihm ganz besonders auf Ihrem Album auseinandergesetzt. Was hätten Sie ihm zum Geburtstag gerne gewünscht?

Wir würden ihm zum Geburtstag wünschen, irgendwo anzukommen ... er wirkt auf uns wie ein Getriebener, der mehrmalige Wechsel der Konfession, die Emigration in die USA, das Leiden am Körper, die Beziehungen - ein ewiger Wanderer zwischen den Welten.


Inwiefern hat er in Ihren Augen Brahms‘ Werk weiterentwickelt?

Er ist dem großen Vorbild am Anfang seines Schaffens im Duktus, im Melos in der Schwerblütigkeit ähnlich, ging dann aber andere Wege und hat so der Musik des 20. Jahrhunderts wichtige Impulse geben können.


Beim Trip op. 3 könnte man an manchen Stellen meinen, sie stammen gar nicht von ihm, sondern von Brahms. Inwiefern grenzt er sich dennoch von ihm ab?

Da er Brahms nie kopiert, sondern eher den Atem und den Geist einer Komposition von Brahms empfindet, ist das Trio vom ersten Takt an seine eigene Musik und als Keimzelle sind seine späteren hochromantischen Kompositionen bereits enthalten.


Beim Trio op. 3 handelt es sich eigentlich um ein Klarinettentrio. Welche Reize hat Ihrer Meinung nach die Version als Klaviertrio?

Der Reiz, des als Klarinettentrio konzipierten Werks in der klassischen Klaviertriobesetzung zu spielen, liegt in der Homogenität des Streicherklangs, welcher vor allem den hochespressiven Ausdruck der Komposition ins Zentrum rückt. Mit dem Verschmelzen der Streicherstimmen gerade in den Oktavierungen erreicht man eine leidenschaftliche, fast orchestrale Wirkung.


Haben Sie schon Pläne für weitere Albumproduktionen? Wenn ja, welche Werke stehen bei Ihnen auf der Agenda?

Als neue Projekte interessieren uns „Seelenwelten“ in der Musik, etwa im Kreis um und nach Schumann oder in Zusammenarbeit mit der wunderbaren griechischen Komponistin Konstantia Gourzi, die für uns schreiben wird.