• Matthias Roth, Rhein-Neckar-Zeitung

Dialoge des Erinnerns


"Zum Motto "Erinnern" der diesjährigen SWR-Herbstfestspiele in Schwetzingen trugen nun die Vokalisten und Instrumentalisten des Klangforum eine Uraufführung von José Maria Sanchez-Verdu bei, die sich auf Textfragmente von Dante Alighieri stützt und in denen es um Tod und Liebe geht. (...)

Um dieses Werk herum gruppierte die Schola nun unter dem Titel "Dialoge des Erinnerns" Vokalwerke eben der Epoche zwischen 15. und 16. Jahrhundert, in denen es um das Erinnern, besonders die Erinnerung an die Toten ging. So komponierte etwa Josquin Deprez etwas auf den Tod von Johannes Ockeghem, während dieser etwas auf den Tod von Gilles Binchois schuf und Jheronimus Vinders wiederum sich mit sieben Stimmen an das Ableben Josquins erinnerte.

Die Requiem-Sequenz verband diese Stücke, aber auch die Uraufführung mit dem abschließenden Violinkonzert von Alban Berg, geschrieben auf die jung verstorbene Manon Gropius, die Tochter des Architekten Gropius und Alma Mahlers. (...)

Die Solistin Elisabeth Kufferath, Gründungsmitglied des Tetzlaff Quartetts, gab ihrer Solostimme mit leichtem, sehr bewusst gesetztem Vibrato und stilsicherer Artikulation einen hohen Grad von Intensität. Virtuose Leichtigkeit verband sich hier mit tiefgründigem, lebendigem Ausdruck, der bei der "Kärntner Weise" fast etwas von Strawinskys "Geschichte vom Soldaten" atmete. (...)


Ohne Zweifel war dieses Konzert ein Höhepunkt der diesjährigen Schwetzingen-Festspiele."

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