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  • Klaus Trapp, Klassik Heute

"eine reife Leistung des jungen Ensembles!

"Das Quantum Clarinet Trio verdankt seine Gründung der gemeinsamen Arbeit am späten a-Moll-Klarinettentrio op. 114 von Johannes Brahms. Die italienische Klarinettistin Elena Veronesi, der deutsche Cellist Johannes Przygodda und die koreanische Pianistin Bokyung Kim lernten sich 2014 am Mozarteum in Salzburg kennen und widmeten sich der Interpretation des anspruchsvollen Werkes mit Erfolg, wie ihre Debüt-CD, die beim Programm „Neustart Kultur“ des Deutschlandfunks entstand, beweist. Ergänzt wird die Einspielung durch zwei Wiederentdeckungen: das Klarinettentrio op. 40 von Carl Frühling und die Serenade op. 73 von Robert Kahn.


Bei Brahms geht es darum, die ausgefeilte motivische Arbeit in einen großen Spannungsrahmen zu bringen. Dies gelingt den drei jungen Musikern dank ihres hellhörigen Zusammenspiels, einer weitgehend gelungenen Klangbalance und sorgfältiger Beachtung der dynamischen Vorgaben des Komponisten. Dabei gelangt der spezifische Charakter der drei Instrumente sinnvoll ins Spiel, ohne ein Auseinanderdriften der Farbsphären zuzulassen. Der von Brahms nach klassischem Grundmuster gewählte unterschiedliche Duktus der vier Sätze kommt trotz thematischer Gemeinsamkeiten deutlich zum Ausdruck – eine reife Leistung des jungen Ensembles!


Die weitgehend unbekannten Komponisten Carl Frühling (1868 – 1937) und Robert Kahn (1865 – 1951) waren jüdischer Herkunft, und daher war ihre Musik von den Nazis als „entartet“ gebrandmarkt worden. Damit hängt es zusammen, dass ihre Werke in Vergessenheit gerieten. Die Aufnahmen des Quantum Clarinet Trios beweisen, dass die Wiederentdeckung durchaus lohnend ist, auch wenn die Stücke im Schatten von Brahms stehen und ihre epigonale Stellung nicht verleugnen können. Das viersätzige a-Moll-Trio von Carl Frühling, dem aus Lemberg stammenden Musiker, der in Wien eine zweite Heimat fand, lebt aus seiner eingängigen Melodik und – in den raschen Sätzen – aus seinem tänzerischen Schwung. Reizvoll, vor allem im langsamen Satz, wirken Anklänge an den Synagogalgesang. Immer wieder sind auch harmonische Finessen zu hören, die teilweise ein wenig gesucht erscheinen. (...)


Ausgeglichener wirkt die Serenade in f-Moll aus dem Jahr 1923 von Robert Kahn, dem aus Mannheim stammenden Komponisten, der 1938 nach England emigrierte. Das kontrastreiche Stück changiert zwischen ausdrucksvollen Kantilenen und virtuosen Eskapaden. Die jungen Interpreten widmen sich mit Klangsinn und Temperament der leicht fasslichen Musik, die neben Johannes Brahms, dem Robert Kahn 1886 persönlich begegnete, durchaus bestehen kann."






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