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Humor, Intelligenz und Fantasie

  • Autorenbild: quintessenz
    quintessenz
  • 25. Apr.
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 8. Mai

"Benjamin Schmid zählt zu den führenden Violinvirtuosen Österreichs und hat seine künstlerische Qualität und Vielseitigkeit in über 60 CDs eindrucksvoll bestätigt. Der 57-jährige Wiener agiert nicht nur in der Klassikszene, sondern ist auch ein exzellenter Jazz-Geiger und liebt ebenso die gehobene Wiener Unterhaltung in der Nachfolge Fritz Kreislers. Diesem austro-amerikanischen Stargeiger und Komponisten des frühen 20. Jahrhunderts widmet Schmid sein neuestes Album und er hat da zwei typische Arbeiten seines illustren Vorgängers (und Seelenverwandten) in aktuellen Orchesterbearbeitungen zu dessen 150. Geburtstag neu eingespielt.


Das eröffnende „Präludium und Allegro im Stile von Pugnani“ zählte zu Kreislers bekanntesten Evergreens, während die späte „Viennese Rhapsodic Fantasietta“ von 1948 eine Art nostalgischen Rückblick auf die frühere Wiener Walzerseligkeit darstellt. Beide Arbeiten erklingen hier in aktuellen Arrangements für Solovioline und Streichorchester, was deren wehmütigen Grundzug noch verstärkt. Und Schmid brilliert auf seiner Strad mit verführerischem Charme und einer für dieses Genre unerlässlichen Lockerheit und Eleganz, die einen sofort verzaubert und nicht mehr loslässt.


Den Höhepunkt des Albums aber bildet das für ihn eigens komponierte neue Violinkonzert seines langjährigen Freundes Georg Breinschmid aus dem Jahr 2023, das hier seine CD-Premiere feiert: Der 53-jährige Breinschmid ist wie Schmid ein weltoffener Grenzgänger. Er wechselte früh vom klassischen Kontrabass zum Jazz, und arbeitet seit vielen Jahren auch als erfolgreicher Komponist, der sehr überzeugend zwischen allen Genres pendelt, von Klassik über Folklore und Wiener Schmäh bis zum Jazz – ein echter Eklektiker eben, der mit Humor, Intelligenz und Fantasie aus unterschiedlichsten Quellen Neues zusammenbaut, dabei eine ganz eigene, unmittelbar einleuchtende musikalische Sprache kreiert hat.


Sein Violinkonzert, das virtuos, spielerisch und entfesselt freizügig Klassik, Jazz und Roma-Traditionen miteinander verquickt und dabei noch Improvisation vorsieht, ist ein weiteres Exempel dieser inneren Freiheit und dieser uneingeschränkt positiven Botschaft, die Breinschmids Musik seit jeher verströmt. Zum Schluss gibt es noch Kreislers aberwitzige, sehr „wienerisch“ gefärbte, durchaus freie Bearbeitung von Paganinis erstem Violinkonzert, das hier ebenfalls in einem neuen Arrangement für Blasorchester (!) erklingt. Hier besticht Schmid als blitzsauber intonierender, technisch souveräner und doch eleganter Klassik-Virtuose."




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