top of page
  • Kulturabdruck

Spurensuche und Entdeckungsreise

"Obwohl er seit langer Zeit das Leben eines musikalischen Weltbürgers führt, spielt die armenische Heimat noch immer eine zentrale Rolle für Mikayel Hakhnazaryan. Auf seiner neuen CD begibt sich der Cellist des Kuss-Quartetts auf eine Spurensuche, die auch eine aufregende Entdeckungsreise ist.

Die Vergangenheit ist immer lebendig – ob in den Noten seines großen Landmanns Aram Khachaturian, in den warmen Klängen der Duduk, die als armenisches Nationalinstrument gilt, oder in den Gedanken an seinen Onkel Igor Loboda, der in Hakhnazaryans Geburtsjahr 1976 eine innige „Elegy“ für Cello und Klavier komponierte.

Auch Debussys „Cellosonate“, Schumanns “Fantasiestücke op.73“ oder Tschaikowskis „Valse sentimentale op.51, Nr.6“ repräsentieren eine vielgestaltige kulturelle Tradition, die dem Cellisten seit langem vertraut ist. Musik wurde für ihn zu einer zweiten Heimat, vor allem, nachdem er die geographische verlassen hatte. Damit habe sich die Chance eröffnet, „eine andere Welt zu entdecken, wo neue Motive und Farben einen wie ein Führer begleiten bei der Suche nach der eigenen Stimme und der eigenen inneren Welt“, so Mikayel Hakhnazaryan.

Entdeckt werden nun ganz neue Töne – in explizit modernen Werken wie Adam Khudoyans Cellosonate aus dem Jahr 1961 oder dem turbulenten Dialog zwischen Cello und Bandmaschine, den der australische Komponist Carl Vine 1994 unter dem Titel „Inner World“ zu Papier brachte.

Hakhnazaryan interpretiert aber auch die „alten“ Stücke offenkundig anders als in früheren Zeiten, nämlich gefiltert und modifiziert durch die künstlerischen und persönlichen Erfahrungen, die dafür sorgen, dass die musikalische ebenso wie die geographische Heimat immer lebendig bleibt. „Inner World“ wird so zu einem memoirenartigen Projekt, das allerdings nie ins rein Subjektive abtaucht und durchgängig ein herausragendes interpretatorisches Niveau wahrt. Dafür sorgen neben dem Ausnahmecellisten auch seine beiden Begleiter, Hakhnazaryans Schwester Lia am Klavier und Artyom Minasyan, der seiner Duduk hingebungsvolle und oft sehr celloähnliche Klänge entlockt."



Comments


bottom of page