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Irnberger auf der Viola

  • Autorenbild: quintessenz
    quintessenz
  • 1. Mai
  • 1 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 7. Mai

"Dass die Klarinettensonaten von Johannes Brahms auf der Bratsche gespielt werden ist keine Überraschung. Überraschend ist aber den Geiger Thomas Albertus Irnberger auf der Bratsche anzutreffen.

Brahms schrieb die beiden Sonaten op. 120 im Jahre 1894, drei Jahre vor seinem Tode. Die kostbaren Spätwerke wurden angeregt durch den Klarinettisten Richard Mühlfeld (1856-1907), der im Meininger Orchester, zu dem Brahms eine enge Beziehung hatte, als Geiger wirkte, sich aber das Klarinettenspiel selbst beibrachte.

Brahms’ Kompositionen haben allerdings wenig mit Virtuosität zu tun, sondern zielen auf Verinnerlichung. Der 61-jährige Meister zeigt, welche Vergeistigung seine Musik im Alter erreicht hat.

Thomas Albertus Irnberger versteht es gekonnt, die intimistischen und sehr in sich gekehrten Werke auf schönste Weise auszuloten. Michael Korstick beschränkt sich nicht nur auf die Begleitung, sondern füllt die beiden Sonaten mit hervorragendem Klavierspiel optimal aus.

Irnberger und Korstick ergänzen sich ebenfalls gut in den Märchenbildern von Robert Schumann. Sie lassen dynamische Spannungen ebenso aufblitzen wie sie die romantische Linie der Musik auskosten.

Der Klang der Aufnahme will mich freilich nicht zufrieden stellen. Das Klavier ist zu breit dimensioniert und etwas hallig. Ein schlankerer Klavierklang hätte besser zu Irnbergers Violaspiel gepasst."


pizzicato magazin Luxemburg, 1. Mai 2026, Remy Franck




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