"Vorzügliche Telemanniana": Clara Guldberg Ravns "subtiler Humor" - Besprechung von Hans-Dieter Grünefeld in "Musik & Theater"


"Die Werke mit und für Blockflöte des Barockkomponisten Georg Philip Telemann sind nicht unbedingt ein Parcours für eitle Protagonisten. Vielmehr ist der Solo-Part oft eng mit den Orchesterstimmen verwoben. So unisono mit der Violine etwa bei der Pastoral-Ouvertüre in Es-Dur, eigentlich eine vitale Tanz-Suite, die im Wesentlichen auch als flippiger Echo-Dialog mit dem Orchester geformt ist. Und diese Parallele wird zum gravitätischen Beginn der stilistisch facettenreichen Ouvertüre a-Moll in durchaus asymmetrischen Linien und mit Aplomb in rhythmischen Wechseln fortgesetzt. Gleiches Prinzip zeigt das Konzert in F-Dur, allerdings intensiver im Aria-Affetuoso und alternativ in prominenter Cello-Rolle, die Blockflöten-Eloquenz galant begleitend. Attraktiven Schwung hat das Konzert C-Dur parat, ebenfalls mit lyrischer Prima-voce-Aria, und im finalen Tempo di Minuet wird eine flotte Flatterzunge gefordert. Die dänische Flötistin Clara Guldberg Ravn hat nicht nur ein Sensorium für die feinen emotionalen Abstufungen dieser Musik, sondern auch für angemessene Dramaturgie und subtilen Humor. Ihre empathischen Telemann-Interpretationen sind vorzüglich."
(Hans-Dieter Grünefeld, Musik&Theater 9/10 2026)




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