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"Aus einem Guss mit bis ins Detail ausgefeilter Konzeption"

Autorenbild: quintessenz
quintessenz
1. Okt.
1 Min. Lesezeit

"Ein feines Duo": Bekannt und gefeiert als Duo sind die Beiden schon viele Jahre, aber als Violine und Klavier-Duo."



"Hier zeigt jetzt Thomas Albertus Irnberger als Bratscher zusammen mit Michael Korstick, dass sie auch beim Viola-Repertoire neue und sehr hohe Maßstäbe setzen."


Forum Oktober 2026

Kammermusik


Musik *****Klang ****

Brahms: Sonaten für Viola und Klavier op. 120; Schumann: Märchenbilder; Thomas Albertus Irnberger, Michael Korstick (29025); Gramola (SACD)

 



Brahms‘ spätes Sonaten-Paar op. 120 entstand 1894 zunächst aus Begeisterung für den Klarinettisten Richard Mühlfeld. Später hat der Komponist den Klarinettenpart – wohl auch aus verkaufstechnischen Gründen – für Bratsche umgearbeitet. Bei manchen Aufführungen und Aufnahmen der beiden im Charakter sehr unterschiedlichen Stücke in der Viola-Fassung wird der instrumentale Migrationshintergrund als Bruch hörbar – zum Beispiel beim markanten Dezimensprung der Melodiestimme im Eingangssatz der ersten Sonate. Bei der Klarinette ist hier ein Registerwechsel nötig, dadurch klingt der Sprung scharf und schmerzhaft. Das geht der Viola ab. Thomas Albertus Irnberger indes macht aus der Not eine Tugend: Seine Darbietung kultiviert einen sanften, weniger direkten Ton, der Brahms‘ Werke nicht nur neu deutet, sondern auch einen Dialog auf Augenhöhe ermöglicht. Gemeinsam mit dem Pianisten Michael Korstick formt der Bratscher Darbietungen aus einem Guss mit bis ins Detail ausgefeilter Konzeption, mit gemeinsamem Atem. Und mit gemeinsamem Fokus auf der Rhetorik der Musik. Diese Haltung des feinen Duos kommt auch Schumanns „Märchenbildern“ entgegen, die hier dezidiert vom erzählerischen Gestus aus gedacht werden.


Susanne Benda


zu den diskographischen Angaben: Link

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