CD-Empfehlung

"Zum Glück ist Larderet viel zu unkonventionell, um dem Hörer nur Altbekanntes aufzutischen. Und so befindet sich auf der CD neben den Images und Préludes auch André Caplets Transkription der Symphonischen Frag mente aus Debussys Bühnenwerk „Le Martyre de Saint Sébastien“.
Vincent Larderet hat da klanglich und pianistisch noch etwas nachgeholfen, so dass man bei einigen Stücken meinen könnte, unbekannte Préludes des Meisterimpressionisten zu hören. Erinnert nicht „La Cour de Lys“ an das Prélude „Canope“? Eine tolle Erkenntnis, die man ohne Klavierbearbeitung wohl nie gehabt hätte. Dass die Fragmente zu „Le Martyre de Saint Sébastien“ mit den 12 Préludes des zweiten Bandes kombiniert werden, ist ausgesprochen sinnvoll,
da sie sich auf derselben musikalischen Stufe bewegen. Man bekommt bei Larderet eine sehr französische, d. h. sehr geschmeidige, feinsinnige und klanglich ausbalancierte Interpretation zu hören, die man sich gerne wieder und wieder anhört. Es überrascht daher ein wenig, dass der Pianist die beiden ersten Nummern der „Images“ plötzlich so spielt, als wären es Chopin-Balladen: mit viel Rubato, emotional aufgeladen und in der Hommage à Rameau sogar mit nachschlagenden Melodietönen wie anno dazumal. Das hinterlässt zwar einen zwiespältigen Eindruck, ändert aber nichts daran, dass Larderet mit dieser CD einen wichtigen und überaus hörenswerten Beitrag zum Debussy-Jahr abgeliefert hat."

 

 


 

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